Leben am Wildfluss


Viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten finden nur noch in und um die letzten alpinen Wildflüsse, wie Ammer, Iller, Isar, Lech, Loisach, Rißbach und Tiroler Achen, sowie in deren Nebenflüssen einen geeigneten Lebensraum. Angezogen von der atemberaubenden Schönheit dieser Landschaften besuchen auch zahlreiche Sport- und Naturbegeisterte diese Gebiete, um sich beim Wandern, Radfahren, Raften oder bloßem Bewundern der Landschaften zu erholen und neue Kraft zu tanken. Jedoch reagieren bedrohte Arten, wie der Flussuferläufer oder die Deutsche Tamariske sehr sensibel auf Störungen, vor allem auf die, die vom Menschen verursacht werden. Wie kann nun Freizeittourismus stattfinden und trotzdem der Artenschutz aufrechterhalten werden?

Das Interreg-Projekt "Vielfältiges Leben an unseren Gebirgsflüssen" setzt sich genau mit dieser Problematik auseinander und will damit grenzüberschreitend die Voraussetzungen für ein harmonisches Miteinander von Mensch und Natur schaffen. Um dies zu erreichen, haben der Landesbund für Vogelschutz e.V. sowie der Naturpark Tiroler Lech, das Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen und der Naturpark Karwendel folgende Maßnahmen geplant:

 

  • Erarbeitung gemeinsamer, einheitlicher Qualitätsstandards für Besucherlenkung und Monitoring.
  • Erstellung von Managementplänen und Besucherlenkungskonzepten
  • Erarbeitung und Umsetzung eines mehrstufigen Kommunikationskonzeptes
  • Erhebung ausgewählter Zielarten und Etablierung eines einheitlichen Monitoringsystems
  • Installation, Ausbau und Qualifizierung von Rangern
  • Aufbau einer selbsterklärenden, möglichst einheitlichen Beschilderung

 

Förderprogramm

Das auf drei Jahre angesetzte Projekt wird durch das grenzüberschreitende Förderprogramm der EU INTERREG Österreich-Bayern 2014-2020 aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung gefördert.

Eckdaten zum Interreg-Projekt AB179 „Gebirgsflüsse“

Kurztitel des Projekts: Vielfältiges Leben an unseren Gebirgsflüssen
Untertitel: Für ein respektvolles Miteinander von Mensch und Natur
Lead: Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.

Projektpartner: Naturpark Tiroler Lech, Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen, Naturpark Karwendel

Projektzeitraum: 01.01.2018 bis 31.12.2020
Projektumfang: 338.435,00 €
Projektgebiet(e): Iller, Lech, Loisach, Ammer, Isar, Rißbach, Tiroler Ache


» Mehr Informationen Naturpark Karwendel

» Mehr Informationen REA

 

Geplante Maßnahmen des Naturparks Tiroler Lech im Rahmen des Interregprojekts

Der Wildfluss Tiroler Lech schlängelt sich mit seinem türkisblauen Wasser vorbei an Dörfern durch sein Tal. Große Umlagerungsstrecken, weite Auwaldbereiche und Seitentäler, die als Rückzugsorte dienen, machen den Naturpark Tiroler Lech aus. Aufgrund der Vielfalt an natürlichen Lebensräumen haben viele seltene und geschützte Pflanzen- und Tierarten hier einen der letzten Orte ihres Vorkommens. Bezaubernde Landschaften und außergewöhnliche Artenvielfalt - das alles bietet der Naturpark Tiroler Lech, der in seiner Gesamtheit Naturschutz- und Natura 2000-Gebiet ist.

Die Schönheit und Wildheit des Naturparks Tiroler Lech zieht immer mehr Besucher an, die ihn nutzen und genießen möchten. Damit der Umwelt- und Artenschutz trotzdem aufrechterhalten werden kann, ist ein neues Konzept zur Besucherlenkung erforderlich. Dies ist ein Bestandteil des Interreg-Projekts "Vielfältiges Leben an unseren Gebirgsflüssen". Das Projekt beinhält auch die Beschilderung der zahlreichen Ein- und Ausstiegsstellen für Wildwassersportler entlang des Wildflusses Lech, die somit gut sichtbar gemacht werden.

Wie es um den Bestand von Flussregenpfeifern, Flussuferläufern, Gefleckten Schnarrschrecken, Türks Dornschrecken und Kiesbank-Grashüpfern des Naturpark Tiroler Lech gestellt ist, zeigt eine Bestandsaufnahme (Monitoring) dieser Arten. Das Monitoring wird im Rahmen des LIFE Lech Projekts umgesetzt und die daraus gewonnenen Daten werden dem Interreg-Projekt zur Verfügung gestellt.





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